EUROPA IN DER DUNKELHEIT
In den letzten Jahren scheint das ehemals christliche Europa eines der größten Missionsfeldern der Welt geworden ist. Viele Millionen Menschen kennen das Evangelium von Jesus Christus nicht.
Osteuropa war viele Jahre unter dem Joch des Kommunismus und in Westeuropa ziehen Materialismus, Islam und orientalische Religionen Millionen Menschen an.
DAS KÖNIGREICH BELGIEN
Im Herzen der Europäischen Union liegt ein kleines Land: Belgien. In seiner Hauptstadt Brüssel befinden sich der Sitz des Generalquartiers der NATO und auch der Sitz der Kommission der Europäischen Union. Belgien ist klein und doch die Drehscheibe der Europäischen Union. Es spielt eine Vorreiterrolle in der Vereinigung Europas.
Belgien ist eine föderale Monarchie: es besteht aus drei autonomen Regionen (Flandern, Brüssel und Wallonie), die ihre eigene Regierung und föderale Autorität haben. Belgien ist außerdem in drei Sprachgruppen aufgeteilt: französisch, flämisch und deutsch.
Vom wirtschaftlichen Standpunkt aus betrachtet, ist das Land wohlhabend mit einem hochentwickelten Sozialsystem, das seiner Bevölkerung medizinische Versorgung, Ausbildung und die Sicherung des Existenzminimums garantiert.
GEISTLICHES LEBEN IN BELGIEN – EINE BEWEGTE GESCHICHTE
Im 16.Jahrhundert erlebte die Reformation einen großen Durchbruch und viele Menschen wandten sich dem Protestantismus zu. In Antwerpen wurden Bibeln in mehreren Sprachen gedruckt und von dort aus in ganz Europa verbreitet. Dann aber kam die Gegenreformation. Millionen von Menschen flohen gen Norden und ließen ganze Städte leer zurück. Gewaltsame Verfolgung sollte die Abtrünnigen zurück zur katholischen Kirche bringen. Das Lesen der Bibel war Laien* während 400 Jahren verboten, bis Papst Johannes der XXIII im zweiten Vatikanischen Konzil im Jahre 1962 allen Gläubigen riet, die Bibel zu lesen. Der Einfluss der katholischen Kirche durchdrang sowohl das persönliche als auch das soziale Leben der Menschen, was sich heute noch in tief verankerten Traditionen wiederspiegelt.
Am Ende des zwanzigsten Jahrhunderts haben sich viele Menschen von der Kirche distanziert. Die Vielfalt der Religionen führt dazu, dass jeder seine eigene Wahl trifft und sich eine „Spiritualität, einen Glauben à la carte“ zusammenstellt. Die spirituelle Erfahrung ist heute wichtiger als der Inhalt der jeweiligen Überzeugungen. Seitdem werden die Kirchen immer leerer.
Ab den sechziger Jahren kamen viele Einwanderer (vor allem Moslems aus der Türkei und Nordafrika) nach Belgien, um in der Schwerindustrie oder den Kohleminen zu arbeiten. So wurde der Islam zur zweitgrößten Religion des Landes.
Vor allem dank neuerlicher Einwanderungswellen aus Schwarzafrika, hauptsächlich aus dem Kongo, der ehemaligen belgischen Kolonie, hat die Zahl der evangelikalen Christen ein großes Wachstum erlebt. Allerdings beträgt die Gesamtzahl der evangelikalen Christen nur knapp mehr als 1% der Bevölkerung.
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